Das Sozialtherapeutische Rollenspiel (STR) nach Adelheid Stein als ressourcen- und bewusstseinsorientierte Gruppenmethode
Förderung von Selbstreflexion, Persönlichkeitsentwicklung und sozialem Lernen
Zusammenfassung
Das Sozialtherapeutische Rollenspiel (STR) nach Adelheid Stein wird als ressourcen- und bewusstseinsorientierte Gruppenmethode beschrieben, die Entwicklungsprozesse nicht über Instruktion oder Analyse, sondern über Erfahrung, Handlung und soziale Resonanz anregt. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass rein kognitiv ausgerichtete Verfahren bei Fragen der Selbstwahrnehmung, Identitätsentwicklung und sozialen Orientierung häufig an ihre Grenzen stoßen. Das STR eröffnet einen geschützten Erfahrungsraum, in dem Teilnehmende durch Rollen, Bilder und Spielszenen innere Haltungen, Gefühle und Beziehungsmuster handelnd erleben können. Fühlen, Denken und Handeln sind dabei gleichermaßen beteiligt. Zentrale Merkmale der Methode sind die konsequente Ressourcenorientierung, der Gruppenprozess als Resonanzraum sowie eine bewusst zurückhaltende, nicht-deutende Haltung der Spielleitung. Anhand eines Praxisbeispiels aus der schulischen Berufsorientierung wird deutlich, dass das STR insbesondere Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenz und intrinsische Motivation fördern kann. Berufsorientierung wird dabei als bewusstseinsbildender Entwicklungsprozess verstanden und nicht als rein entscheidungsorientierte Aufgabe. Insgesamt zeigt sich das STR als vielseitig einsetzbare Gruppenmethode an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Pädagogik und bewusstseinsorientierter Entwicklungsarbeit.
